Hauptelemente ist Natrium (Anastasia Janzen), die auf der Suche nach der großen Liebe sogar auf „Finder“ zurückgreift, eine elementare Partnerbörse ähnlich dem menschlichen „Tinder“. Die potentiellen Gefährten beweisen sich durch mehr oder weniger ausgefallene Experimente, so bezirzt Argon (Luan Hofsäß) durch die Magie, ein Ei in eine Flasche zu zaubern. Nickel (Luca Roth) und Silicium (Leonie Speer) wollen ebenso das Herz Natriums erobern wie der aufdringliche Bewerber Schwefel (Johannes Leiendecker). Der wortwörtliche Funke springt aber erst bei Chlor (Lukas Wetterer) über. Bereits nach dem ersten Date im Restaurant „Zum romantischen Mendelejew“, wo der Chef (Maxim Pavlovec) noch selbst farbwechselnde Getränke serviert, hält Chlor um Natriums Elektron an.
Der Priester ist zur Stelle, die Gäste sind durch das „Elementageblatt“ informiert und mit außergewöhnlichen Geschenken auf dem Weg zur Feier…
Es könnte so schön sein, wären einem aus CERN ausgeliehenen Experiment nicht drei Bösewichte in Form der Antimaterie entsprungen. Unterschiedlicher könnten die Eigenschaften der drei nicht sein: das charmanteste und schlauste Antimaterieteilchen (Maxim Pavlovec) versteht sich als Chef der Bande, während das berechnende Teilchen AMA -2 (Rike Heidenreich) mit der Lizenz zum Töten zielstrebig zur Tat schreitet. Ihnen zur Seite steht das tieferbegabte AMD -3 (Luan Hofsäß), das den bösen Plan, die Elemente zu vernichten, immer wieder unfreiwillig sabotiert.
Der erste Schlag gegen die Elemente wird allerdings problemlos ausgeführt. Gerade hatte sich Gold (Kira Hofsäß) noch so über die Idee gefreut, dem Paar ein Hochzeitslied auf dem Au-Tonium zu widmen, da wird ihr mit einem gefrosteten Lauch eine „übergezwiebelt“ und Antimaterie -2 mischt sich als Fake-Gold unter die Feiernden. Der Ring, den sie übergibt, löst bei Chlor eine heftige Reaktion aus, sodass dieser noch vor der Verbindung mit Natrium verschwindet. Die Freunde Natrium, Schwefel, Kohlenstoff (Leonie Schmidt), Wasserstoff (Anna Hansert), Sauerstoff (Delia Krejter) und Stickstoff (Celine Elysev), kurz NaSCHON machen sich auf den Weg, um Chlor zu retten. Gemeinsam irren sie durch die Welt der Elemente bis in das Reich der wenig kooperativen Edelgase, die nicht helfen wollen oder können. Nur das quirlige Neon (Luca Roth) weiß Rat und eröffnet dank kompetenter Hilfe aus dem Publikum den entscheidenden Hinweis auf das Element Blei.
Zu Beginn der Vorstellung wurde das Publikum in einer Vorlesung zur anorganischen Chemie über die Beschaffenheit der Elemente aufgeklärt. So wurde anhand lebensechter Modelle dargestellt, dass immer die gleiche Anzahl von Protonen im Kern wie Elektronen in der Schale vorhanden sein müssen. Allerdings ist diese Kopplung nur bis zu 82 Protonen stabil; das ist zuletzt bei Blei, oder auf schlau Plumbum, der Fall. Um also stabile Verhältnisse im Land der Elemente zu erzeugen, muss Blei aus Jod, Magnesium, Kohlenstoff und Gold hergestellt werden. Da sich hinter Gold aber die getarnte Antimaterie -2 versteckt und mit einem negativen Wert die Mischung sabotiert, schlägt der Versuch fehl und Chlor kann nicht zurückgeholt werden. Allerdings fliegt die Antimaterie dadurch auf und wird zersetzt. Das wahre Gold kann die rettende Mischung vervollständigen, Chlor befreien und nun steht einem Happy End wirklich nichts mehr im Weg, denn mit der neuen Mischung ist eine neue Insel der Stabilität entstanden, das Okenium mit der Ordnungszahl 150. Wie passend, da doch das Oken-Gymnasium das 150-jährige Jubiläum begeht!
Wie in den vergangenen Jahren hat das Team um Marko Käding und Andreas Günthör, das aktuell durch die Referendarinnen Paula Heizmann und Monique Linstädt ergänzt wird, eine phantasiereiche und unterhaltsame Geschichte entwickelt, die durch frostige, explosive und leuchtende Experimente fasziniert. Es ist eine große Freude, die Schülerinnen und Schülern bei diesem kurzweiligen Stück in die Welt der Elemente zu begleiten und ganz nebenbei chemisches Wissen aufzufrischen.
Der einzige Wermutstropfen ist die Verabschiedung der J2. In diesem Jahr spielten zum letzten Mal Leonie Schmidt, Delia Krejter, Johannes Leiendecker, Rike Heiderich und Anstasia Janzen im Ensemble des Chemie-Theaters. Wir werden sie vermissen und hoffen auf den ein oder andern Gastauftritt in den kommenden Jahren.