Tafel Offenburg besucht Geo-LK (J1)

- 14.07.2025 - 

Am 24. Juni bekam unser Geografie-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 1 Besuch von der Tafel Offenburg. Im Rahmen des Themas Bevölkerung und Migration sollten wir uns nämlich selbst ein Bild machen, inwiefern dieses Thema auch unsere Heimatstadt betrifft.

Wolfhart von Zabiensky (1. Vorsitzender der Tafel Offenburg sowie Vorsitzender der Tafel Baden-Württemberg) und Roland Benetz (2. Vorsitzender der Tafel Offenburg) beantworteten unsere Fragen mit viel Leidenschaft und gaben uns viele interessante, aber auch schockierende Einblicke in das Leben der Tafel Offenburg.
 
Die Tafel Offenburg ist eine von 147 Tafeln in Baden-Württemberg. Der Verein Tafel Offenburg e.V. 1999 wurde gegründet. Ein Jahr später eröffnete schon der erste Laden. Unter dem Motto „Armut lindern, Lebensmitteln retten“ ernährt die Tafel Offenburg bis zu 1250 bedürftige Familien pro Woche. Herr von Zabiensky erzählte uns, dass seit rund drei Jahren gut ein Drittel der bedürftigen Familien einen ukrainischen Migrationshintergrund besitzt und damit den größten Anteil stellt. Doch Herr Benetz geht davon aus, dass in der nahen Zukunft auch viele Familien aus dem Iran in die Tafel kommen würden. Beide erklärten uns, dass man nämlich die Migrationswellen bei der Tafel spüren würde. Besonders stark war dies im Jahr 2013 sowie 2022. Doch nicht nur Flüchtlinge nehmen das Angebot der Tafel wahr. Immer mehr Rentner, die an Altersarmut leiden, kommen zur Tafel. Versorgt werden die 1250 Familien von etwa 110 Mitarbeitern. Ihnen gefällt vor allem die Dankbarkeit, die sie vom Großteil der Kundschaft zu spüren bekommen.
Über 90% der Mitarbeiter führen dabei ihre Arbeit ehrenamtlich aus. Jedoch gibt es auch immer mehr Jugendliche, die nach ihrem Schulabschluss ein freiwilliges soziales Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst bei der Tafel ausüben. Herr von Zabiensky wies uns darauf hin, dass man dadurch wichtige Erfahrungen sammeln würde und aufs spätere Leben vorbereitet wird.
Zum Schluss blickte Herr von Zabiensky mit uns noch in die Zukunft. Er erklärte uns, vor welchen Problemen die Tafel steht. So steht neben einem Umzug der Tafel aus dem Sanierungsgebiet Bahnhof-Schlachthof, auch ein Führungswechsel an, da es mit zunehmendem Alter immer schwieriger wird, alle Herausforderungen zu stemmen.
Außerdem wagte Herr Benetz noch einen Blick in die lange Zukunft. So werde sich die Kundschaft der Tafel von Kriegsflüchtlingen hin zu Klimaflüchtlingen mit anderen Bedürfnissen wandeln. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie die Tafel Offenburg damit umgehen wird.
 
Insgesamt hat mir der Besuch der Tafel gut gefallen. Ich lernte nicht nur wichtige Informationen über die Tafel kennen, sondern erlebte auch, wie stark die Themen Armut und Migration in unserer Heimatstadt vertreten sind. Interessant fand ich auch, dass die allermeisten Mitarbeiter der Tafel selbst einen Migrationshintergrund besitzen und so immer nette Gespräche mit den Kunden zustande kommen. Besonders überrascht hat mich jedoch, dass sich die Tafel auch für die Bildung der bedürftigen Kinder einsetzt. So geben etwa 35 Nachhilfelehrer eine kostenlose Nachhilfe an rund 55 Kinder. Es werden alle Schulfächer, sogar Latein, unterrichtet. Zum Schluss möchte ich mich noch im Rahmen des gesamten Geografie-Kurses bei Herrn von Zabiensky und Herrn Benetz für diese interessanten Einblicke ins Leben der Tafel Offenburg bedanken.
 
Bericht von: Lukas Wetterer (J1, Geographie Leistungskurs Herr Rech)
Überarbeitung: Herr Rech