Einstein zu Gast am Oken
- 22.05.2026 -
Einstein sucht den Superstar am Oken-Gymnasium
Chemietheater-AG brilliert mit kreativer Geschichte und beeindruckenden Experimenten
Es dampft, es brodelt und ab und zu explodiert etwas - kurz gesagt, es ist wieder Chemietheater-Zeit am Oken-Gymnasium in Offenburg. Unter der Leitung der Chemie-Lehrkräfte Marko Käding und Andreas Günthör und der Mitwirkung der Referendarinnen Paula Heizmann und Monique Linstädt, entstand das von Schülern selbst kreierte Stück ESDS, welches spannende chemische Experimente mit einer kurzweiligen Handlung verband.
Dazu wurden die Besucher schon am Eingang von einer uniformierten Concierge (Celine Elysev) in das Nobelhotel von Don Alfredo (Maxim Pavlovec) geleitet, wo Albert Einstein (brillant gespielt von Luan Hofsäß) in einem Nobelhotel den Superstar der Wissenschaften suchen soll. Niels Bohr (Shana Laure), Fritz Haber (Lukas Wetterer) und dessen verkannte Ehefrau Clara Immerwahr (Leonie Speer) konkurrierten mit Marie Curie (Luca Roth), Lise Meitner (Kira Hofsäß) und Wilhelm Röntgen um Ehre, Ansehen und eine Medaille aus purem Gold. Sie ließen nichts unversucht, das Publikum zu beeindrucken. Mit Trockeneis, in Flammen aufgehenden Seifenblasen und einer faszinierenden Lichtershow aus Haarschaum wurde um die Gunst des Publikums gebuhlt. Die Chemie-AG scheute weder Kosten noch Mühen und fertigte vor den Augen der Zuschauer sogar eine lebensgroße Röntgenaufnahme an - selbstverständlich ohne die gefährliche Strahlung.
Auch die Nebenhandlungen bannten die Zuschauer; so begleitete man Clara Immerwahr bei ihrer Emanzipation von ihrem engstirnigen Gatten und erlebte Sebastian Kneipp (Anna Hansert) als Angestellten im Wellnessbereich des Hotels. Der legendäre Carl Bosch wurde in diesem Stück zum Hausmechaniker degradiert, der als lebender Stromkreislauf Licht und Lift reparieren musste. Eine wahre Freude waren die Auftritte des Zimmermädchens (Maya Laure), die die skurillen Experimente der berühmten Gäste mit bissigem Spott lächerlich machte. Drei Hausgeister (Shana Laure, Lotta Brevet, Luca Roth) erlaubten sich den Spaß, die Versuche der Teilnehmer immer wieder zu sabotieren.
Zahlreiche atemberaubende Versuche später blieben drei Finalisten übrig, die die Jury, bestehend aus dem Hotelbesitzer, Albert Einstein und einem Gast aus den gut gefüllten Zuschauerreihen, überzeugen mussten. Der Sieger punktete durch einen Zaubertrick, in dem er zerbrochenes Glas wieder zusammenfügte und erhielt die wertvolle Medaille. Diese stellte sich als Nobelpreis heraus, denn der Veranstalter des Wissenschaftscastings Don Alfredo war kein Geringerer als Alfred Nobel, der Gewinner niemand anderes als Wilhelm Röntgen (Florentin Fahrland), der 1901 tatsächlich als erster Nobelpreisträger in die Geschichte einging. Somit steckte in der unterhaltsamen Show auch viel Lehrreiches.
In der Derniere werden traditionell die Mitspielenden verabschiedet, die neben all den Probetagen und Vorbereitungen ihre Abiturprüfungen abgelegt haben und im folgenden Jahr nicht mehr dabei sein können. Mit tosendem Beifall ehrte das Publikum Luan Hofsäß und seine Schwester Kira Hofsäß, Luca Roth, Leonie Speer, Lukas Wetterer sowie Maxim Pavlovec, die das Chemietheater seit 2021 geprägt haben.
Gemeinsam mit ihren Nachfolgern stimmten die Abiturienten ein Lied an; auf die Melodie von Andreas Bouranis „Auf uns“ feierten sie den krönenden Abschluss der Chemietheaterwoche mit den Textzeilen: Hier macht jeder für jeden ein Feuer, im Konfetti stehen wir niemals allein. Treffender brachte nur noch Celine Elysev aus der zehnten Klasse die gemeinsame intensive Zeit auf den Punkt: Es ist uns eine Ehre, in eure Fußspuren treten zu dürfen.
Einstein würde sagen, es war relativ beeindruckend. Der Applaus des Publikums zeigte aber: es war überaus beeindruckend.
Bericht von: (Lehrerin) Alexandra Götze
Bilder von: Étienne Muser




